9. August 2010

mount warning spezial

wie im letzten blog angedeutet werde ich nun ueber diesen berg berichten, zu dem es mich ja in den letzten 12 monaten bereits ein paar mal hingezogen hat, es aber bisher nie zum besteigen gekommen ist. dieses mal hat es aber tatsaechlich geklappt!
bekannt ist mt warning dafuer, dass dort die ersten sonnnenstrahlen australiens auf den gipfel treffen und man von dort oben den fruehesten sonnenaufgang in ganz australien zu sehen bekommt. der berg ist nicht nur fuer die gegend signifikant, sondern auch fuer die aboriginies heilig und alle "hohen tiere" mussten frueher diesen berg entlang des creeks besteigen und sozusagen als mutprobe in einer der dunklen hoehlen einen speziellen kristall finden. daher sehen sie es auch nicht gerne, dass besucher hinaufklettern und man wird ueberall um respekt gebeten, nichtzuletzt auch weil der nationalpark, der mount warning umgibt als weltkulturerbe gilt. dieser berg bildet das herz der ueberreste eines vulkanausbruchs vor 23 mio. jahren, der entsprechend die landschaft in einem umkreis von 14 km gebildet hat. dies nur mal so zur info.
dec und ich sind also mit meike dorthin. geplant war der aufstieg zum sonnenaufgang, wir haben aber zuerst einmal bei terry halt gemacht, dem freund, der am fusse des berges ein riesengrosses unglaubliches grundstueck besitzt (hatte schon mal davon berichtet).

terry hat sich dann spontan dazu bereit erklaert, den berg am naechsten morgen mit uns zu besteigen und zwar nicht von der oeffentlichen seite, sondern von der seite auf der sein grundstueck liegt. das beste daran ist, dass diese seite des berges mit zu seinem grundstueck gehoert und wir somit eine private fuehrung bekommen haben und wir die fuer die aboriginies heilige seite zu sehen bekommen haben. am spaeten vormittag ging es schliesslich los und da es ja entlang des creeks ging und es keine trampelpfade wie auf der oeffentlichen seite gibt, ging es wortwoertlich ueber stock und stein, mit klettern krabbeln und kraxeln und allem drum und dran.

abenteuer und action war also angesagt, das hatten wir in dem format natuerlich nicht erwartet, hat aber dafuer umso mehr spass gemacht!


so haben wir von terry neben der tollen natur gleichzeitig vieles ueber die geschichte der gegend und die aboriginals gehoert. besonders war z.b. auch, dass wir erfahren haben, dass meike und ich die dritte und vierte weibliche person ueberhaupt sind, die diese seite jemals gesehen haben, da aboriginal-frauen dort tabu sind. wie cool! nach ungefaehr zwei dritteln der strecke haben wir uns an einem der vielen eiskalten wasserfaelle erfrischt und ein laengeres paeuschen eingelegt.

leider war der restliche weg bis zum gipfel (dort soll sich ein riesiger 'felspool' befinden, wovon man schwimmenderweise eine sensationelle aussicht hat) etwas zu weit (ca. weitere 1.5 stunden), so dass wir entschieden haben, uns auf den rueckweg zu machen. eine weise entscheidung, denn waehrend des abstiegs sah es immer mehr nach regen aus und der abstieg hat aufgrund extrem schwerer beine und akuter rutschgefahr (ne meike? ;)) auf den steinen und felsen laenger gedauert hat, als erwartet. letztendlich haben wir es dann puenktlich zum einsetzen der dunkelheit mit einer letzten durchquerung mitten durch den busch zurueck geschafft - geschafft ja, ziemlich sogar, aber ebenso gluecklich, denn das war ein echtes abenteuer!
ein zweites mal mount warning gab es mit kerstin und carsten. erstmal hallo bei terry um das grundstueck zu zeigen, dann aber nur lecker kochen und ab ins bettchen, denn dieses mal wollten wir zum sonnenaufgang die andere seite besteigen. entsprechend frueh hiess es auch schon wieder raus aus den federn, um genauer zu sein um halb 3 und los zur anderen seite. bewaffnet mit taschenlampen (die die wir finden konnten hihi) ging es dann auch gegen viertel nach 4 schnell los, denn um 6 wollten wir oben sein, um nix zu verpassen. zu erwaehnen sei hier, dass kerstin einen kreuzbandriss hat und dass keiner von uns wusste was uns erwartet, deswegen waren wir alle ganz schoen gespannt. die erste haelfte war es vor allem eins - dunkelkaltundgruselig, denn man konnte wirklich nichts sehen und wir 4 sind ganz eng einer hinter dem anderen hergedackelt. das glueck war ebenfalls auf unserer seite, denn das taschenlampenlicht hat inklusive ersatzbirne, batterien und handy-licht gerade genau hingehauen. so haben wir uns entlang des pfades den berg hochgeschlaengelt, die eile aber auch kerstins knie im hinterkopf, bis der himmel anfing sich allmaehlich ein wenig rot zu verfaerben. das hat uns nochmal fuer die letzten 2 km angespornt, vor allem auf den letzten 500m. da ging es naemlich aufgrund der extremen steigung ueber riesige felsbrocken entlang einer eisenkette, an der wir uns hochziehen mussten. das war echt kein pappenstiel.

oben angekommen, waren wir natuerlich erst mal fix und fertig, dann gluecklich und total begeistert. der ausblick war wunderschoen und der sonnenaufgang konnte beginnen. da nur wenige wolken am himmel waren, hatte man klare sicht 360 grad - wahnsinn, echt knaller!


nach ein wenig relaxen und verpflegung haben wir uns dann aber recht zuegig wieder auf den rueckweg gemacht, denn das lueftchen dort oben hatte es echt in sich... wie man sich vorstellen kann, war der rueckweg interessant, denn wir wussten ja nicht wie regenwaeldisch oder felsig oder wasauchimmer die landschaft, durch die wir im dunkeln getappt sind, tatsaechlich ist und wie viele schlangen oder aehnliche kreaturen wir passiert haben (aber das werden wir wohl auch nie rausfinden ;)). dieser tour von insgesamt 9km war auf jeden fall genial und wir waren alle uebergluecklich als wir anschliessend ein monster-fruehstueck-picnic im gruenen veranstaltet haben und nicht aufhoeren konnten zu grinsen. kerstin und ihrem knie ist zum glueck auch nichts passiert, hut ab wie du das gemeistert hast!
ein drittes mal hat der berg oana und mich gerufen. wir hatten vor, ebenfalls die 9km-tour zum sonnenaufgang zu machen. wie ich ja bereits erwaehnt habe, waren ihre tage bei mir jedoch von regen gepraegt und es war klar, dass ein aufstieg bei regen unmoeglich ist. abends am fusse des berges angekommen, waren wir deswegen zunaechst zuversichtlich, als wir erfahren haben, dass es dort den ganzen tag lang nicht geregnet hat. so konnten wir auch vor lauter aufregung nicht wirklich gut einschlafen und als es dann gegen 1.00h am morgen - also kurz bevor es losgehen sollte - anfing zu nieseln und dann zu schuetten, war uns klar: es sollte nicht sein. so haben wir dann enttaeuscht doch noch ein paar stuendchen geschlafen und uns am morgen auf den rueckweg gemacht. allerdings hat oana somit auch eine nacht im busch verbracht, auch wenn wir nicht wirklich einen fuss aus dem van gesetzt haben ;)

3. Juli 2010

wiedersehensfreude(n)

wie ja im letzten blog angedeutet, gilt es nun ueber meine ersten besucher aus deutschland zu berichten. das war zum einen meike, eine hockeyfreundin aus meinen krefelder zeiten. sie war insgesamt 4 monate in australien und hat hier in byron fuer ca. 3 wochen halt gemacht. dann war mein grosses schwesterchen mit ihrem freund carsten fuer 3.5 wochen im lande und hat 6 tage lang mit mir und dec verbracht. im anschluss kam dann schliesslich oana, eine freundin aus koeln, die sich ebenfalls auf ihrer 4woechigen australienreise fuer 6 tage hier in byron niedergelassen hat. volles programm also, da sich alle mehr oder weniger nahtlos aneinander gereiht haben.

auf dem programm standen natuerlich die straende von byron und umgebung und es ist gluecklicherweise gelungen mit allen delfine zu sichten, fuer wale war es leider noch ein wenig zu frueh. alle wollten auch gerne surfen ausprobieren, das hat aber leider nur mit carsten geklappt. dafuer aber durchaus erfolgreich, was vor allem der rash und die schweren arme am naechsten tag bewiesen haben ;) ausserdem standen auch der schoene coastal walk zum leuchtturm bei allen auf dem programm sowie byron's nightlife, was aber aufgrund der jahreszeit-bedingten touri-mangelware nicht so der knaller gewesen ist. da byron ja neben den zahlreichen straenden und dem charme des oertchens an sich auch eine schoene umgebung vor allem im landesinneren hat, gab es dahin auch touren, wie z.b. nach nimbin - der hippiestadt, nach bangalow mit seinem schoenen markt oder die killen falls (hatte vor kurzem ueber diesen 'geheimtipp'-wasserfall berichtet).



im landesinneren wird es ja ziemlich regenwaeldlich (schreibt man das so?!) und da kerstin und carsten den wunsch hatten, eine nacht "im busch" zu verbringen, haben dec und ich sofort an coopers creek gedacht, also da wo wir vor einem jahr mit oli, nicole und dave waren. dort haben wir dann also gecampt, wobei natuerlich das lagerfeuer, die mittlerweile traditionellen "egg'n'potatoes" und die morgendliche wanderung durch den und das baden in dem eiskalten creek nicht fehlen durften.


und zum mount warning sind wir ebenfalls alle gefahren. was sich dort jedoch so alles zugetragen hat, werde ich in einem seperaten blog berichten. wettertechnisch hatten meike, kerstin und carsten super-glueck, da es ausser dem jeweils verregneten ersten tag nur sonnenschein gab. das sah bei oana etwas anders aus, da war eher genau das gegenteil der fall, was mir fuer sie auch echt leid getan hat.
es waren jedenfalls ein paar tolle wochen und es hat verdammt gut getan, endlich mal wieder bekannte gesichter (und dabei ja auch noch sooo bekannte gesichter) wiederzusehen, ein paar gemeinsame tage zu verbringen, etwas von meiner derzeitigen heimat zu zeigen und von der alten heimat berichtet zu bekommen und ja, sogar deutsch zu sprechen! :) nach der langen zeit war es im ersten moment zwar etwas komisch (nicht nur die sprache), das hat sich aber nach dem moment auch ganz schnell wieder gelegt und es war eigentlich so wie in den alten zeiten und ich habe mir von allen 3 seiten sagen lassen, dass ich immer noch so bin "wie frueher" ;) na dann?
ps. alde! sorry fuer die ganzen idyllischen fotos, aber ich find es nach wie vor schoen und das moechte ich dem blog natuerlich nicht vorenthalten ;) und mit actionfotos kann ich leider immer noch nicht dienen, denn hier knipst mich niemand in action... dann musst du wohl mal rumkommen?!?

17. Mai 2010

jippiiiieh, alles noch da!

ueber 3 monate (januar - april) habe ich nun in diesem blog zu berichten... hoert sich lange an, die zeit ist aber vergangen wie im flug. wettermaessig gab es abgesehen von 3 oder 4 extrem heissen wochen (35-40 grad) hauptsaechlich nur eins: regen.
zeitweise waren wie im letzten jahr einige kleinere orte ueberflutet und auch byron ist diemal nicht schadlos davongekommen:
auch wenn es dennoch ziemlich heiss war, wurde der regen irgendwann. viele sagen, dies war einer der nassesten sommer der letzten jahrzehnte.
naja was soll's, da man daran ja leider nichts aendern kann und byron und umgebung surftechnisch zeitweise nicht wirklich mit vielen guten wellen gesegnet war, haben declan und ich ein paar der regentage genutzt, um unseren bro stueck fuer stueck heimischer zu machen. wie haben aus altem holz und einem schrank u.a. eine art kleiderschrank und kuechenschrank gebaut. viele tage haben wir auch bei freunden vor dem haus geparkt und uns bei denen niedergelassen, wenn wir von dem ganzen regen und nassen klamotten genug hatten.

dann gab es ja auch australia day am 26. januar. an dem tag geht einfach jeder mit kind und kegel vor die tuer: camping, barbeque, strand und/oder party usw. dec und ich haben uns erst einmal den sonnenaufgang in byron angeschaut und wurden auch prompt mit einem wunderschoenen bild fuer's fruehe aufstehen belohnt:
nach einem exzellenten surf sind wir mit kathi und nathan - dem befreundeten paeaerchen mit denen wir auch weihnachten verbracht haben - zu den killen falls gefahren, total idyllisch und ausser uns keine menschenseele, da dies einer kleiner geheimtipp ist. mit ein paar bierchen im gepaeck haben wir es uns dort gut gehen lassen. am abend gab es dann bei den beiden noch das obligatorische barbeque und das ein oder andere getraenkchen ;) ein rundum gelungener australia day!



was gab es noch? ja, st. patrick's day, am 17.03. da dies der tag ist, an dem oli, nicole und ich letztes jahr in seal rocks dec und dave kennengelernt haben, habe ich mit den beiden bekloppten einen campingplatz am strand in byron gebucht um diesen tag gebuehrend zu feiern, auch wenn oli und nicole leider nicht dabei waren. tagsueber ein paar bier und surfen und abends irish stew sowie guiness mit ein paar weiteren freunden und unseren frisch kennengelernten campingnachbarn. ziemlich chaotisch und kopfschmerzen am naechsten tag, aber extrem lustig. guiness ist meiner meinung nach ja schon etwas gewoehnungsbeduerftig, aber pssst... :)

einen weiteren campingtrip haben dave, dec und ich ueber ostern nach black rock gemacht. nach der abfahrt vom highway muss man dahin 21 km ueber schotter fahren. da bro kein 4-wheel-drive ist, hat die strecke bei ca. 15km/h dann etwas mehr als eine stunde gedauert. es hat sich aber definitiv gelohnt. ein total naturbelassener campingplatz in einem nationalpark direkt am meer hinter den duenen und an einem teebaumfluss. wie man sich wahrscheinlich denken kann, sind die felsen hier schwarz. witzigerweise fuehlen sich diese weichen felsen aber auch an wie ein nasser kaffesatz, veraendern im sinne von erosion tun sie sich allerdings verwunderlicherweise nicht mit der zeit. hier - im braunen fluss - haben wir uns jedenfalls u.a. im fischen versucht - hmmm... leider erfolglos, wer haette das gedacht? ;) sind dann doch wieder ins wasser gesprungen, ein bad in einem teebaumamfluss soll naemlich extrem gesund fuer haut und haare sein. naja, am zweiten tag sind dave und ich jedenfalls leider beide krank geworden, so dass wir am morgen danach die zelte abgebrochen haben. wir werden aber bald einen zweiten versuch starten! (und dann auch rausfinden, ob unser unwohlbefinden mit dem teebaumzeug zu tun hat oder ob das nur ein bloeder zufall war...)


haeufig werde ich gefragt, wie ich das finanziell alles so hinbekomme, darueber kann ich auch berichten: einerseits haben dec und ich ein paar familien ausgemacht, die teils regelmaessig teils sporadisch hilfe im haus und im garten benoetigen und andererseits arbeite ich seit februar in gaia (am pool von gaia haben wir wie berichtet auch weihnachten verbracht) - ein ziemlich renommiertes wellnesscenter und dayspa, wo sich auch ab und zu mal ein paar stars und sternchen zum abschalten und relaxen niederlassen. wer schon so alles hier war, darf ich selbstverstaendlich nicht verraten ;) dort bin ich als kuechenhilfe und housekeeperin beschaeftigt, hoffentlich bald aber auch kellnerin. hoert sich ziemlich fad an, macht aber total spass. supernette leute, ein tolles umfeld und ich kann mir eigentlich keinen schoeneren ort fuer meine mittagspause vorstellen ;))
fotos von dem gelaende und den bungalows sind leider auch nicht erlaubt, das ist also ein heimliches!
ansonsten "an den normalen tagen" steht hauptsaechlich surfen im vordergrund und bestimmt, an welchem strand wir das sommersonnestrandundmeerleben geniessen. surfen klappt mittlerweile auch schon ganz gut, besonders wenn wie so haeufig in der letzten zeit die delfine dabei sind...

von mir gibt es leider keine surf-fotos, noch nicht. wird sich hoffentlich bald aendern...
alles gut also, wie man sieht gibt es immer was zu tun und ich geniesse das leben nach wie vor. im naechsten blog werde ich dann auch von meinen ersten besuchen aus deutschland berichten! ;)